Jubiläum – Theater Transit wird 30

TRANSIT 100 – die Jubiläumsbühne

Samstag 17. August 2019 ab 20.00 Uhr Theater Moller Haus

 Transit 100_die Jubiläumsbühne

TRANSIT 100 – Theater Transit wird 30.

TRANSIT 100 – Short acts, Statements, Blitzlichter, Schmähungen – nie länger als 100 Sekunden.

TRANSIT 100 – ein strahlender Abend mit Schwung, mit Schmiss, mit Biss.

TRANSIT 100 – Bühne frei für den Blick nach vorn.

TRANSIT 100 – Feiern Sie mit uns von 20 Uhr bis nach Mitternacht im Theater Moller Haus!

THEATER TRAINSIT wird 30 und feiert.

Dreißig Jahre unterwegs, immer auf der Suche. Nach einem Theater, das erzählt und aneckt. Das verwirrt und verführt. Das begeistert oder befremdet, in jedem Fall aber beteiligt. Wir feiern mit einer offenen Bühne für Schätze, Raritäten, Skurrilitäten und Potentiale, gewachsen in 30 Jahren Theaterarbeit mit weit mehr als 100 MitstreiterInnen.

Informationen: info@theatertransit.de  und Tel.: 06151-136722
Karten: unter Tel. 06151-26540, mail: karten@theatermollerhaus.de

Presseartikel zum Jubiläum

Clowns suchen Zukunft

Nach 30 Jahren ist Theater Transit am Scheideweg/ Gelingt der Generationenwechsel

von Stefan Benz  Darmstädter Echo Kulturredaktion am 07.08.2019

DARMSTADT/MÜHLTAL – Nun gibt es sie schon 30 Jahre. Dabei hätte schon zweimal Schluss sein können mit Theater Transit. Eigentlich hätte es auch nie beginnen dürfen. Und doch soll es weitergehen mit einer neuen Generation.

Ann Dargies (67) und Gisela Eitel (1938–2006) pendelten Ende der Achtziger zwischen der Berliner Hochschule der Künste und Südhessen. Und als die Mauer fiel, entschieden sie sich gegen die Laufrichtung der Geschichte – für Darmstadt. Obwohl es hier an Auftrittsmöglichkeiten und Förderung mangelte. Deshalb probten sie zwischen Amsterdam und Berlin, waren in den ersten zehn Jahren viel auf Tournee. Immer im Transit.

„Der Name hat mir geholfen, in Darmstadt Fuß zu fassen“, sagt Ann Dargies. Dennoch hätte es schon Mitte der Neunziger wieder vorbei sein können. Damals gab es ein Angebot, das freie „Theater Havarie“ in Potsdam zu übernehmen. „Wessis nehmen Ost-Theater“ – Max Petermann, der das Transit-Kindertheater leitet, fantasiert die Schlagzeile herbei und grübelt: „Wahrscheinlich wäre es schief gegangen.“

Stattdessen ergaben sich in Darmstadt und im Mühltal neue Perspektiven. Netzwerkerin Ann Dargies engagiert sich seit der Gründung von Theater Mollerhaus 1996 im Forum der Freien Szene. „Das war damals entscheidend: Zu sehen, man ist nicht allein in Darmstadt und Hessen“, sagt sie heute. Parallel dazu richtete Theater Transit in der Wacker-Fabrik eine Werkstatt ein. „Für mich der Höhepunkt“, resümiert Max Petermann. „Es war der Abschied vom Gastspielbetrieb, endlich nicht mehr proben, wo gerade die Bedingungen dafür sind. Mit so einem festen Ort beginnt alles, der ist irgendwann aufgeladen mit Energie.“ Und es mag diese Energie gewesen sein, von der die freie Gruppe in den Jahren nach dem Tod der Mitgründerin Gisela Eitel 2006 zehrte. So ein Verlust kann ja alles infrage stellen. Bei Theater Transit war es der Anlass, alles anders aufzustellen, wie es im Consulting-Sprech gerne heißt. Im inneren Transit zu neuen künstlerischen Spielarten hat das Theater seither neue Betriebs- und Spielformen entwickelt.

Angefangen hat es ja mal mit Frauentheater – nicht als feministisches Fronttheater, sondern als Frauenforum. Doch dank vielfältiger Kooperationen hat sich Transit bald weiter entwickelt. Mittlerweile gibt es neben Theater mit experimentellen Formen und Stücken mit und für Kinder auch die Akademie für Clownsspiel, mit der Ann Dargies immer wieder große Ensembles formiert und neue Spielräume erobert. Diese zwei Säulen bilden mittlerweile ein tragfähiges Fundament, weshalb sich im Jubiläumsjahr die Frage, ob es weitergeht, gar nicht stellt.

Die Frage ist: Wie geht es weiter? Ann Dargies jedenfalls ist bereit, das Staffelholz für den weiteren Weg im Transit zu übergeben – „mit Freude und Wehmut“. Was das Schauspiel betrifft, hat sie für die Gruppe keine Sorgen: „Das kann noch lange gehen. Wir machen selbst Nachwuchsförderung. Ich wünsche mir aber, dass sich Darmstadt für Innovationen öffnet.“ Es fehlten Räume für Experimente wie die Landungsbrücken oder der Mousonturm in Frankfurt, bemängelt Dargies, die anerkennt, dass die Förderungsrichtlinien für freie Kultur verbessert wurden.

Wie es auf der anderen Seite mit der Clownsschule weitergeht, ist noch offen. Bei Barbara Biegl von der befreundeten Wiener Clownsschule will Dargies gerne als Gast arbeiten. In Darmstadt ist noch nicht abzusehen, ob und wie sich die Akademie weiter entwickelt. „In drei Jahren, wenn ich 70 bin, ist hoffentlich vieles klar. Was ich nicht gut aushalten kann: Dass es über Jahre so dahinplätschert.“ Nach 30 Jahren ist Ann Dargies so entschieden wie entspannt: „Nichts muss, vieles kann.“

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