Daniil Zauber Kinderstück 2018 Premiere 13.10.

Die neue Produktion vom Theater Transit Kinder-Ensemble

Verrücktes Musiktheater mit 13 Kindern

Ich schreibe Geschichen für Kinder. Obwohl ich sie eigentlich nicht mag.
Seltsam, oder? Verrückt? So verrückt, wie meine Geschichten. Die russischen Kinder haben sie geliebt.
Und sie liebten mich – vielleicht, weil ich zaubern kann …

13 Kinder berichten von einem fast vergessenen Erzähler, von Daniil Zauber, der eigentlich ganz anders hieß. Sie erwecken seine seltsame Welt zum Leben: tanzende Hunde, fliegende Omas, ungezogene Korken und Erbsenpürree. Sie zaubern Bilder und Klänge voller Magie und Poesie und nebenbei erzählen sie von einem, der den Mut nicht verliert und in größter Not die Kraft der Fantasie behält.

mit Clara Timm, Olivia Nair, Jara Schubert, Vincent Friedlein, Aren Manassian, Sarah Henker, Zara Wills, Diyan Samsami, Lucy Kuppe, Annika Meyer, Mari-Lynn Arnold, Hannah Jäkle, Birke Grohmann

Regie: Max Petermann
Musik: Volker Ell
Dramturgie/Text: Ossian Hein
Kostüm: Balduin Bollin
Grafik: Jula Henker

Premiere Sa 13.10. 15.00 im Theater Moller Haus, Sandstr.14, Darmstadt
Info: max.petermann@gmx.de

Pressestimme       Ein Dichter, der nicht dichten darf         von Bettina Bergstedt, Darmstädter Echo vom 15.10.2018

Tolle Bühne, tolle Musik, tolle Choreografie und Regie und 13 richtig tolle Kinder, die auf der Bühne präzise, sehr konzentriert und klug agieren…  In dem Stück mit dem schönen Titel „Daniil Zauber“ wird anhand der Geschichte des russischen Schriftstellers Daniil Chams, 1905 geboren und 1942 im Leningrader Gefängnis wegen Unterernährung gestorben, der Stalinismus und Bürokratismus in der Sowjetunion und die systematische Verfolgung eines Andersdenkenden in einzelnen Szenen spielerisch vorgeführt. Dazu wurden zahlreiche Textfragmente aus Chams Geschichten oder Tagebüchern zusammengesammelt und in einer Collage verarbeitet.

Absurdes Theater. … wie erwähnt choreografisch bestens umgesetzt, … (wenn) die Akteurinnen und Akteure (überwiegend im Grundschulalter) Aktenordner hin und her tragen und die Rede ist von „aktenkundig“, „Behördenbericht“ und „Hausdurchsuchung“.

Eine Geschichte im Stück ist die von Orloff, der zu viel Erbsenpüree aß – und starb, und viele nach ihm, allein, weil sie davon hörten. Oder die Geschichte von der Frau, die ihr Kind aus dem Maul eines Hundes rettete. Als sie bemerkte, dass es gar nicht ihr Kind war, warf sie es dem Hund wieder zu, um ihr eigenes zu retten. Dieser Art sind Daniil Chams verrückte Geschichten, die im Kinderstück des Transit Theaters unter der Regie von Max Petermann fragmentiert werden, gesprochen von jeweils unterschiedlichen Kindern. Und noch ein Satz aus dem Stück: „Alles Menschen, die nicht Fuß fassen können.“

So auf den Punkt gebracht klingt das Ganze etwas gruselig. Dieses Gefühl stellt sich jedoch nicht beim Zuschauen ein. Da sind nette Aktionen auf der Bühne, die Kinder spielen sich Wörter zu, fragen nach, musizieren stimmungsvoll, singen „Sascha liebt nicht große Worte, er war von der andern Sorte… nja nja nja…“, manchmal von Klavier, Cello und anderen Instrumenten begleitet. Die segmentierten und collagierten Inhalte kann das junge Publikum gar nicht so schnell durchdenken oder einordnen, hängen bleiben Bilder, Kostüme, durchgängig in schwarz-weiß und grau, sehr ästhetisch.

Begeistert waren die Kinder, die beim Herbstworkshop mitgemacht haben. Ein Vater berichtet, dass seine achtjährige Tochter ausgesprochen gerne bei den Proben war. Petermann und Volker Ell (Musik) sowie das gesamte Männerteam haben die jungen Schauspielerinnen und Spieler wohl richtig mitgerissen. Da gab es auch Zeit, sich mit den für Kinder sehr wohl wichtigen Themen auseinanderzusetzen, es wurde gespielt, ausprobiert, verworfen, gebaut, vermutlich viel gelacht und gesungen. Nach intensiven zwei Wochen nun die Aufführung.“

 

DAS HERBSTPROJEKT – Wie wir arbeiten
Rollen erfinden, Songs und Beats einstudieren, eine Geschichte spinnen, sie auf der Bühne zum Leben erwecken und dann vor großem Publikum zeigen – das ist das Herbstprojekt für Enthusiasten. Proben an zwei Wochenenden und in denHerbstferien, mehrere Aufführungen an Wochenenden im Oktober/ November.

Kinder zwischen 7 und 13 Jahren entwickeln zusammen mit einem Theaterpädagogen, einem Musik-pädagogen und weiteren Profis ein Theaterstück, das in einem pro-fessionellen Theater vor einem echten Publikum mehrfach gespielt wird. Dabei steht weniger das herausragende, schauspielerische Können im Mittelpunkt, als vielmehr die Neugier und die Begeisterung für ein außergewöhnliches Projekt. Die Probentage sind intensiv und abwechslungsreich, sie bieten den Kindern eine Fülle von musisch-ästhetischen Erfahrungen: Bewegungstraining, Lieder, Rhythmen, freies und gebundenes Spiel, Umgang mit Material und vieles mehr…. all das lässt die Zeit wie im Fluge vergehen und am Ende steht, wie durch Zauberhand, ein fertiges Theaterstück.

 

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