Wenn das Xylophon erklingt, ist es im Kinderstück "Emma und die Detektive" im Theater Mollerhaus Zeit für den Auftritt des Bösewichts Herr Grundeis.
Frei nach Erich Kästners "Emil und die Detektive" spielen seit der Premiere 17 Kinder zwischen sieben und 13 Jahren die Geschichte der neunjährigen Emma Tischbein, die aus der Provinz nach Berlin zu ihrer Großmutter reist. Unterwegs beklaut sie der Dieb Grundeis. Gemeinsam mit einer Kinderbande Detektive macht sich Emma, die bei Kästner noch ein Junge war, auf die Jagd nach dem Bösewicht.
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Larissa Kölsch gibt Grundeis im schwarzen Anzug und mit Melone auf dem Kopf sehr überzeugend. "Wenn im Publikum jemand lächelt, ist es nicht einfach", verrät die Zwölfjährige. "Und wenn hinterher alle darüber reden, wie böse ich doch war, dann ist das nicht so schön." Aufgeregt sei sie vor der Premiere nicht gewesen. Das liege daran, dass sie schon oft auf der Bühne stand. Und da ihre Eltern nicht da seien, gebe es überhaupt keinen Grund, aufgeregt zu sein.
So souverän, wie die jungen Schauspieler nach nur zwei Wochen Proben auftreten, ist anzunehmen, dass alle so ruhig gewesen wären. Natascha Schaeffer alias Emma Tischbein aber spürt das Lampenfieber. Und manchmal melde sie sich selbst noch am Telefon mit "Parole Emma", dem Erkennungszeichen der Detektivbande während ihrer Verfolgungsjagd mit Grundeis.
Aber die Kinderdarsteller könnten sehr wohl zwischen Realität und Spiel unterscheiden, sagt Regisseurin Simone Neuroth vom freien Theater Transit. Gemeinsam mit dem Regisseur Max Petermann und dem "Mann für die Musik", Volker Ell, leitet sie das Projekt. Ihr Ziel sei ein anspruchsvolles Theater für Kinder ab vier Jahren, sagt Neuroth. Nach dem enthusiastischen Applaus zu urteilen, haben sie dieses Ziel erreicht.
Auch die Spannung war spürbar. Selbst die Allerkleinsten schauten sich das gesamte Stück, etwa 50 Minuten, gebannt und ruhig an. Die Schauspieler kümmerten sich dabei nicht nur ums Bühnenbild. Sie rappten, sangen und trommelten auch bekannte Popsongs. Aus "YMCA" von Village People machten sie die Lobeshymne auf "E-M-M-A".